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Herzensangelegenheit Jagd

Schon 2017 wollte ich mit meiner guten Freundin Michele bei 'Gemeinsam Jagd erleben' mit machen. Und auch damals war sie schon mit im Revier. Da die Jagd aber so vielfältig ist und es so verschiedenes zu zeigen gibt, haben wir uns mehr Zeit genommen und haben uns erst knapp entschieden dieses Jahr schon teilzunehmen.

Michi hat sich, wie sie erzählt, damals ehrlich gesagt nicht viele Gedanken um die Jagd gemacht. Aus Ihrer Kindheit vom Lande war sie es nicht anders gewohnt das Tiere in der Nachbarschaft, die sie gestreichelt und begleitet hat, irgendwann auch geschlachtet wurden und so für Nahrung gesorgt haben, oder Mama brachte Fleisch aus dem Supermarkt mit. Als sie dann irgendwann eine Doku im Fernseher zu sehen bekam, wo das Fleisch aus dem Supermarkt eigentlich herkommt, Stichwort Massentierhaltung und wie unglücklich, meist mit Qualen, diese Tiere bis zu ihrem Tot lebten, wurde Sie für einige Jahre als einzige in Ihrer Familie auf Fleisch verzichtete.
Gutes Fleisch - einer der wichtigsten Gründe warum ich mit meinen eigenen Händen jagen wollte - weniger aber qualitativ hochwertiges Fleisch - wissen, wo meine Lebensmittel herkommen. 2015/16 war es dann soweit und ich besuchte die Jagdschule Köln, um das Handwerk Jagd zu erlernen. Seitdem ich ein Revier gefunden hatte, in dem ich tatkräftig mitwirken darf, liegt es mir immer am Herzen, Menschen die Jagd näher zu bringen. Weshalb ich dann, neben meinem sechsjährigen Sohn, der mich immer wieder begleitet, meine gute Freundin einlud. Natürlich sagte Sie zu. Es ist was Neues und es ist in der Natur, die sie liebt.
Für den ersten Ausflug hatten wir einen Rundgang durch das Revier geplant. Ohne Waffe und ohne ein konkretes Ziel, es gibt überall genug zu entdecken. Bei schönem Wetter, zwischen Wald und Feld. Drumherum viele Spaziergänger mit Kind und Hund. Na super - dachte sie - weniger Menschen hatte sie sich im Revier vorgestellt. Und dann liefen wir ins Feld weg von den Menschen, mit Hunden und Kindern, Querfeldein, zwischen Raps und Spargel. Ich erzählte, wie anstrengend Mensch und Hund zwischendurch sein können, dass aber auch sie ihre Wege hier gehen und dazu gehören.
Ich zeigte Ihr die Leiter, wo ich eben noch saß und wo Meister Lampe und Wildkaninchen ihr Unwesen treiben, was den Landwirten nur selten gefällt. Kirrplätze und Salzblöcke hat sie dann gesehen, bevor wir zu einem Hochsitz gegangen sind. Sie beschrieb es: 'Eine kleine Leiter hinauf, zu einem kleinen Häuschen in der Luft, in das nur eine Bank und eine Decke passt, mit einer Aussicht, die nirgendwo schöner sein kann, weil man nichts sieht, außer Leben - Bäume und Felder und Wiesen… naja und Wespen, die am Holz knabberten, um Ihr Nest zu bauen… vor den ich aber keine Angst haben brauche so wie vor den Spinnen auch nicht.'
Wir fuhren dann mit dem Auto weiter bis zum Wald, schauten uns weitere Beobachtungspunkte an und liefen zwischen den Bäumen, weil ich ihr zeigen wollte, wo Fuchs und Dachs ihr zu Hause haben. Für sie war es faszinierend zu erfahren, dass Tiere zusammenleben und eine Gemeinschaft bilden, in der der eine dem anderen nichts tut - Burgfrieden. Molche, Hasen, Kaninchen, einen Fasan, Tauben, sonstige Vögel, Raupen und Spinnen hat sie gesehen und jedes einzelne Tier empfand sie als genau richtig wo es war. Des Sauenjägers Parfüm, Marke Buchenholzteer wird sie dank Kanister im Auto auch nicht mehr vergessen.
Auf dem Rückweg aus dem Wald, Richtung Auto, wollte sie wissen, wie das ist - mit dem Schießen, mit dem Töten. Wie sie die Antwort entgegengenommen hat, konnte sie am besten selbst beschreiben: 'Ich habe die Antwort bekommen, die ich mir erhofft hatte und über die ich vorher oft nachgedacht hatte. Jeder Schuss ist geplant, jeder Tot gewürdigt. Geschossen wird nur dann, wenn es sinnvoll ist, geschossen wird nur dann, wenn man sich größtmöglich sicher ist, dass man trifft. Das Tier ist im Visier und der Schuss fällt. Der Jäger steht nicht direkt auf, er muss abwarten, um andere Tiere nicht zu verscheuchen, nicht zu verängstigen. In dieser Zeit hat er jedoch selbst 'Angst'. Er kann nur hoffen, dass er getroffen hat wie geplant und dass das Tier ohne Leid und ohne Schmerz gestorben ist.
Dann steigt er von seiner Leiter und geht in Richtung des Tieres. Erst wenn er dort angekommen ist und sich davon überzeugen konnte, dass das Tier tot und friedlich gestorben ist, tritt eine Erleichterung ein und ein gutes Gefühl. Das hat mir, auf unserem Weg zum Auto, nicht nur mein Freund Marlon erzählt, sondern auch der Pächter des Gebietes, den wir dort getroffen haben.
Er hat es genauso erzählt, mit dem gleichen Respekt und derselben Ehrfurcht, die ich auch bei meinem Freund gesehen habe. Ich bin mir sicher, dass es auch andere gibt, die diesen Lebewesen nicht so respektvoll gegenübertreten. Aber sind wir doch mal ehrlich - diese Menschen gibt es in allen Bereichen unseres Lebens, nicht nur bei der Jagd. Marlon kannte ich ja bereits, ebenso erwartete ich seine Einstellung dazu, aber ich fand es schön, einen weiteren Jäger kennenzulernen, der mit dasselbe Bild vermittelte.'

Am Ende unseres ersten Tages, wusste Sie zu mir zu sagen, dass ihr der Gedanke, ein Tier, welches in der freien Natur zur Welt kam und leben durfte, wie es sein sollte - ohne Gitter, Schranken und Quälerei - zu erlegen und zu verwerten, einfach richtig vorkommt. Viel richtiger, als alles andere. Wenn wir schon Fleisch essen müssen, wenn wir schon Fell tragen möchten, dann doch bitte so, sagte sie. Heißt es nicht der Mensch sei ein Jäger und Sammler? Was ist dann aus uns geworden, wenn wir die Jagd verurteilen, uns aber nicht bewusst machen, dass unsere Tierhaltung Sklaverei und Quälerei ist?
Sie hat mir versprochen es sich wieder anzusehen, so oft das möglich ist und war sehr gespannt darauf, wie es sein wird, wenn wir mit Waffe los gehen. Auch versprach sie mir, dass sie nur kurz weinen wird, sollten wir etwas erlegen. Dass sie sich bewusst darüber ist, dass eine Träne in der Natur, zwischen Trauer und Dankbarkeit dem Tier gegenüber fließt, diese Träne der Mensch allerdings selten übrighat, für das Steak in der Discounter Kühltruhe oder im Restaurant um die Ecke - während man sein Black Angus genießt.
Seither hat sie mich schon oft begleitet, in den Abendansitz mit fantastischem Sonnenuntergang, an welchen wir gelernt haben, dass Damwild keine Rehe sind, auch wenn es viele Zeitungen immer mal behaupten. Wir haben Müll von Menschen, viele Glasscherben, aus den Einständen der Tiere des Wildes geholt. Während des Hitzerekords dieses Sommers, haben wir auch für Wasser im Revier gesorgt, sogar einen Teich angelegt und zuschauen können wie dringend es war, wie jedes Tier auflebte am kühlen Nass. Ich bin stolz auf sie, auch wenn sie keine Jägerin wird, hat sie den Kreislauf zwischen Natur und Jagd gesehen und schätzen gelernt.
Marlon Händel
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„Gemeinsam Jagd erleben“ ist eine Image-Kampagne des Deutschen Jagdverbands (DJV) und der dlv-Jagdmedien. Nichtjäger sollen direkt draußen in den Revieren erfahren, was die Jagd wirklich ausmacht. Besser kann Werbung für unsere Passion nicht funktionieren. Sie wollen uns dabei unterstützen? Unser Team freut sich, von Ihnen zu hören.
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