54bd0b08bc613df243004ab3_02.jpg
54bd0b08bc613df243004ab3_02.jpg
54bd0b08bc613df243004ab3_02.jpg
54bd0a8abc613df243004aab_01.jpg
54bd0b08bc613df243004ab3_02.jpg
54bd0b08bc613df243004ab3_02.jpg
54bd0b08bc613df243004ab3_02.jpg
54bd0d2b1dd94f7e5fb01cf4_03.jpg
54bd0b08bc613df243004ab3_02.jpg

Ein unvergesslicher Tag – meine ersten Erfahrungen mit der Jagd

Ich habe leicht schwitzige Hände, mein Herz klopft, fasziniert betrachte ich den schwachen Jährling der zu unseren Füßen liegt. Meine Hand fährt über den warmen Wildkörper. Ein Gefühl zwischen Mitgefühl für die vor uns liegende Kreatur, Freude über den guten Schuss und absoluter Zufriedenheit über den erfolgreichen Pirschgang macht sich in mir breit - ich bin schlichtweg überwältigt. Innerlich durchlebe ich die Augenblicke um den Schuss herum noch einmal und komme zu dem Schluss, dass ich diesen Tag nicht mehr vergessen werde. Aber von Anfang an…

Nachdem wir - Simon (18 Jahre) und ich (Anna, ebenfalls 18 Jahre) - am frühen Nachmittag von der Klassenfahrt nach Hause unterwegs sind, schmiedet mein Klassenkamerad bereits Pläne für unseren ersten gemeinsamen Ansitz. Die Vorfreude 'endlich' (wir waren gerade einmal drei Tage in Salzburg) wieder auf die Jagd gehen zu können, ist ihm deutlich ins Gesicht geschrieben. Auch ich freue mich schon, habe ich doch schon viele Geschichten von seinen Jagdausflügen und seinen Erlebnissen in der Natur gehört.
Auf dem Weg in Richtung Revier hat der Jungjäger noch eine Überraschung für mich parat -  wir statten dem Bayerischen Gebirgsschweißhundezwinger 'zum Himmelseck' einen Besuch ab, da die vier Welpen in wenigen Tagen ihren zukünftigen Besitzern übergeben werden. Auf Anhieb verliebe ich mich in die kleinen Schweißhunde - am liebsten würde ich einen mitnehmen …
Gegen 18.00 Uhr mahnt mein Begleiter dann aber zum Aufbruch, falls wir noch auf die Jagd wollen. Schweren Herzens reiße ich mich von den kleinen Rackern los.
Im Jagdrevier angekommen prüfen wir erst einmal den Wind, um einen passenden Platz auszuwählen. Es geht ein gleichmäßiger Wind aus West/Nordwest. 'Komm wir sitzen in die Schwende auf `die Hohe´ - da haben wir zu zweit Platz und stören das Rotwild nicht. Auch wenn ich von dem Sitz aus erst vor zwölf Tagen einen Rehbock erlegt habe', schlägt mein Klassenkamerad vor. Er fügt noch hinzu: 'Da unten steht eine Geiß mit 2 Kitzen - wir sollten also zumindest Anblick haben!'
Nach einer kurzen Fahrt durch das Revier stellen wir das Auto gute 500m vom Sitz entfernt ab und packen unsere Sachen. Simon hängt sich seine Mauser um; ich bekomme sein Fernglas. Leise pirschen wir in Richtung Kanzel. Alle paar Meter bleiben wir stehen und suchen die Umgebung aufmerksam nach Wild ab. Tatsächlich, ungefähr 80m vor uns stehen zwei Rehe in den Heidelbeeren beim Äsen. Mein Adrenalinpegel steigt. Das Herz pocht in meiner Brust wie schon lange nicht mehr. Ich kann das Fernglas fast nicht mehr ruhig halten. Simon hat in der Zwischenzeit die beiden Rehe über das Zielfernrohr seiner Waffe angesprochen. 'Den schwachen Jährling sollten wir fast schießen', meint er und geht vorsichtig ein paar Schritte nach links, um auf einem Baumstumpf auflegen zu können.
Ein Ästchen knackt als er seinen Fuß ungünstig aufsetzt. Das weibliche Stück hat etwas mitbekommen und sichert in unsere Richtung. Langsam wird es unruhig und zieht Richtung Bestandsrand. Auch der Bock sichert nun zu uns herüber, kann die Situation aber nicht richtig einschätzen. Ich stehe völlig frei auf der Rückegasse, vor lauter Angst mich zu bewegen halte ich die Luft an. Da peitscht auch schon der Schuss durch den Wald. Der Jährling sinkt wie ausgeknipst in sich zusammen und bleibt ohne eine Bewegung liegen. Das andere Reh schaut sich nervös um und verzieht sich nach einigen Sekunden in die Naturverjüngung. Simon dreht sich um, 'liegt, oder?' und drückt mir die Patronenhülse ('als Andenken an unser erstes gemeinsames Stück') in die Hand.
Nach etwa 15min gehen wir zu 'unserem' Jährling, Simon gibt dem Stück den letzten Bissen - ein etwas komischer Brauch wie ich zunächst finde. Als er mir die Hintergründe näher erklärt kann ich es dann aber doch irgendwie nachvollziehen - eigentlich ein schöner Brauch, solange man es ernst meint. Gemeinsam tragen (Simon: 'Rehe werden getragen!') wir den Bock erst zum Sitz, wo wir unsere Sachen deponiert haben und anschließend zum Auto. Hier brechen wir das Reh an eine Scherenleiter gehängt auf. Interessiert beobachte ich seine Handgriffe, lausche seinem Plädoyer für das Ringeln und lasse mir danach alle Organe und warum man das Stück verwerten kann erklären. Im Anschluss bringen wir das Stück in die nahe gelegene Wildkammer. Hier überrascht mich Simon das zweite Mal an diesem Tag mit den Worten: 'Wenn du willst zerwirken wir den Burschen in fünf oder sechs Tagen und dann darfst ihn mitnehmen.'
Dieses Angebot nahm ich selbstverständlich an und so bekam ich einige Tage später einen Grundkurs im Zerwirken. Nachdem ich jetzt die Teilschritte der Wildbretgewinnung kenne, verstehe die Begeisterung für dieses Nahrungsmittel und die Jagdpassion meines Freundes…
Anna Merbeler
REAKTIONEN IM NETZ
54b8ede54b7967551074179f_hefte.jpg
„Gemeinsam Jagd erleben“ ist eine Image-Kampagne des Deutschen Jagdverbands (DJV) und der dlv-Jagdmedien. Nichtjäger sollen direkt draußen in den Revieren erfahren, was die Jagd wirklich ausmacht. Besser kann Werbung für unsere Passion nicht funktionieren. Sie wollen uns dabei unterstützen? Unser Team freut sich, von Ihnen zu hören.
Eine Aktion von: