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Als Außenstehende mitten drin

Marlitt entschloss sich, für ihre Abschlussarbeit die Welt des Jagens zu fotografieren, mit der sie bis zu diesem Zeitpunkt noch nie in Berührung gekommen war.

Im Herbst 2017 begann mein Diplomsemester an der Fotoakademie in Köln. Zuvor hatte ich bereits Reportagen im Bereich der Landwirtschaft fotografiert und dort das Arbeiten in der Natur für mich entdeckt. So entschloss ich mich meine Abschlussarbeit über die Welt des Jagens zu fotografieren, mit der ich bis zu diesem Zeitpunkt noch nie in Berührung gekommen war. In den darauffolgenden Monaten begleitete ich die Jägerschaft Bonn mit meiner Kamera. So durfte ich bei einem Ebertrunk auf der Jagdhütte dabei sein, habe eine Jagd auf Sauen in eisigen und frühen Morgenstunden miterlebt, eine sonnige Fuchsjagd im Senf und einen regnerischen Nachmittag auf dem Ansitz.
Natürlich sollte bei meinem Projekt die fotografische Arbeit im Vordergrund stehen und ich war überwältigt von den vielen tollen Motiven, die ich mit meiner Kamera einfangen konnte, aber dennoch war es vor allem auch eine ganz besondere Erfahrung. Von Anfang an wurde ich herzlich aufgenommen und man begegnete mir mit Offenheit und Interesse an meiner Arbeit. So ergaben sich viele interessante Gespräche über die Jagd, die auch meinen Blickwinkel hinter der Kamera beeinflusst haben. Mit jeder neuen Begegnung wurde mir bewusst wie facettenreich die Jagd ist, und wie viele Bereiche ich zuvor gar nicht gekannt hatte. Besonders sind mir hierbei die Naturverbundenheit und die Fachkenntnis über die Welt des Waldes in Erinnerung geblieben.
Natürlich auch der Muskelkater, nachdem man vier Stunden durch den kniehohen Senf getrieben hat. Zu Beginn des Projektes hatte mein Dozent mir gesagt, ich solle mich auf einen Blickwinkel beschränken, bei dem Versuch scheiterte ich kläglich. Und so entschied ich mich, das Projekt genau so zu gestalten, wie ich die Zeit mit der JS Bonn erlebt habe. Mit allen Facetten, um der Jagd gerecht zu werden. Wie ein Außenstehender sie sieht, der aber plötzlich mitten drin ist. Waidmannsheil!
Marlitt Schulz
 
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